NADELOBJEKTE                                                          Angelika M. Schäfer | Iserlohn
 

        

 

 

 Werkschau      

 NadelObjekt

Objekt | Angelika M.Schäfer

                                                                                                                                                                                                         

SCHWARM | 2016 | H60 B70


STROM | Angelika M. Schäfer

STROM.MENSCH.WIND.WASSER | 2018 |  H40 B50

SCHWARZER WIND | 2017 | H40 B50

 

SPIELWIESE  | 2018 | H40 B40

 

 WEISSZEICHNUNG | 2009 | H60 B60


 

 

SAAT | 2018 | H40 B40

Objekt von Angelika M. Schäfer

  WINDGESÄT | 2013 |  H60 B60                                        

OBJEKTKÄSTEN

Objekt von Angelika M. Schäfer

 WEISSER RAUM   | 2013 | H60 B60                                                                                                       

SCHNEEGESTÖBER | 2018 | H40 B40                                       

                       




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NADELCOLLAGEN








 

 

 

 

 









PAPIEROBJEKTE









TRANSLUCENT



 

 


KISSENSKULPTUREN









NADEL STÜHLE

Arbeiten von 2005 >12



         Foto: Klaus Sauerland

   WARTEN auf...  H100 B100                                                          



 

      Warten H30 B 60 T 30                                                               




Die Einsamkeit der Stühle H30 B20


                                                  


                                                                 

Auf Halde

Nadeln, Rost

H60 B40 T40 cm

2002




Aussage des Objekts






Vorbemerkung

Vor Jahrzehnten war Deutschland das Land des „Wirtschaftswunders“. Das kriegszerstörte Land wurde wiederaufgebaut, seine Wirtschaft gedieh, und sie wuchs schneller als die der meisten anderen Länder. 1950-1960 lagen die Wachstumsraten zumeist zwischen 8 und 12 Prozent. Als Folge nahm auch der Wohlstand für alle absolut und relativ zum Ausland schnell zu.
Aber von dieser Dynamik ist nichts mehr übrig. Betrachtet über mehrere Jahre, wächst Deutschlands Wirtschaft noch - manchmal. Aber die Bevölkerung erfährt nicht, dass der Wohlstand im Ausland viel schneller steigt. Die Industrie wandert aus Deutschland ab, die Zahl der Industriearbeitsplätze ist auf unter 5 Millionen gesunken. Und erschreckend viele Deutsche kehren dem Land den Rücken, während hier das Volk überaltert. (Quelle:RE-Search:Die Andersdenker  http://www.ke-research.de )

Objekt: Auf Halde ...

Iserlohn galt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als eine der bedeutendsten Wirtschaftsmetropolen Westfalens. Kennzeichnend für die Weltgeltung ihrer Produkte war die Nadelherstellung. Im Verlauf des 19. Jahrhundert entwickelte sich vor allem der asiatische Markt zu großer Bedeutung für die Iserlohner Nadelfabrikanten. Die Auswirkungen zunehmender Mechanisierung und damit Rationalisierung in den Nadelfabriken, Überproduktion und Preisverfall wirkten negativ auf die vorhandenen Arbeitsplätze. Nach dem 2. Weltkrieg war vor allem durch den Verlust der ausländischen Absatzmärkte der Verfall der Nadelindustrie nicht mehr zu stoppen. 

Als diese Skulptur „Auf Halde“ entstand, war bereits in der Kohle- und Stahlindustrie des Landes  ein ähnlicher Prozess im Gange. Im Ruhrgebiet wurde ein Hochofen nach dem anderen ausgeschaltet und die Stahlindustrie, einst der Wirtschaftsfaktor im Ruhrgebiet und somit auch für Deutschland, warf  Zehntausende als Arbeitslose auf die Straße. Zechen, Hochöfen, Gießereien und Stahlwerke, die einst für höchste Produktivität und modernste Verfahren in unserem Land standen, wurden abgebrochen und bildeten zeitweise riesengroße Schrotthaufen. 

Es wurde  viel von Strukturwandel geredet  und Zuversicht verbreitet. Doch die Umnutzung der Grundstücke und Industrieanlagen konnte den vollzogenen Stellenabbau nicht kompensieren.Trotz der neuen „Jobs“ z.B. in der aufstrebenden Spass-, Freizeit- und Eventindustrie  des neuen Ruhrgebiets, blieben die meisten ehemaligen Arbeiter arbeitssuchend zurück. Ein Zustand der letztendlich in staatlich subventionierter Lebenslangeweile endete: sinnentleert – hoffnungslos –  entwurzelt - orientierungslos - verarmt. Vorbei.

Die Skulptur symbolisiert die Menge der nutzlos gewordenen Arbeitskräfte in einem Land, das für aktive und gut ausgebildete Menschen keine Verwendung hatte. Sie wurden, wie die anfallenden Reste bei der Verhüttung der Kohle auf Halde geworfen. Rost und Staub symbolisieren, dass der begonnene Zerfall einem anderen Zustand vorbereitet: Das Vorbei.

Schlussbemerkung: 

Das Ende ist noch nicht da aber in Sicht, der Ausverkauf geht gegenwärtig weiter:Als wäre das ganze Land von einer Auto-Immunkrankheit befallen, ist das Volk bereit, quasi auf Zuruf Teile seiner Zivilisation zu opfern: Diplomstudiengänge, Transrapid, Kernkraftwerke, und jetzt - wie es scheint - vernünftige Autos.“ (Quelle:Zahlen entnommen von RE-Search: Die Andersdenker  http://www.ke-research.de)


Blaue Papierarbeiten

Arbeiten von 1992 >99



Foto:Gisbert Körner